Unterstützer des »III. Weg« bei einer Demo in Plauen im Jahr 2019
Foto: Carsten Koall / Getty ImagesNach der Eröffnung eines Bürgerbüros der rechtsextremen Gruppierung »Der III. Weg« in Wittstock/Dosse rechnet das brandenburgische Innenministerium damit, dass die Kleinpartei in dem Bundesland weitere Immobilien sucht.
Die Ansiedlung im Zentrum des 14.000 Einwohner-Städtchens im Nordwesten Brandenburgs löst in Potsdam Besorgnis aus. Die Partei verfüge mit dem Partei- und Bürgerbüro über ihre erste eigene Immobilie im Land, so ein Sprecher des Innenministeriums. Parteiaktivitäten wie Schulungen und »Stützpunktabende« ließen sich damit einfacher organisieren. »Vor diesem Hintergrund ist damit zu rechnen, dass die Partei zukünftig weitere Immobilien im Land unter ihre Kontrolle bekommen möchte. Ebenso sind weitere Stützpunktgründungen zu erwarten.«
Nach Angaben des Ministeriums hat »Der III. Weg« seine Strukturen in den vergangenen Jahren ausgebaut. Es gebe inzwischen drei sogenannte Stützpunkte in Brandenburg. Laut Verfassungsschutzbericht 2023 ist die Partei bereits in der Uckermark und in Potsdam-Mittelmark aktiv.
NS-Ideologie und Kampfsport für Jugendliche
Das Bundesamt für Verfassungsschutz wertet die ideologischen Aussagen der Partei »Der III. Weg« als nationalsozialistisch, antisemitisch und rassistisch. Mit ihrer Nachwuchsorganisation »Nationalrevolutionäre Jugend« soll Der Dritte Weg demnach zudem versuchen, mit Kampfsportaktivitäten junge Menschen für die rechtsextremistische Szene zu rekrutieren.
Am Sonntag warf ein bislang Unbekannter Steine gegen Fensterscheiben des Parteibüros des »III. Weg«.
Die Räumlichkeiten in Wittstock/Dosse verfügen über Freizeitangebote. »Mit Schulungsräumen, einem Sportraum sowie einer Bibliothek wird nationalrevolutionäres Leben im Haus herrschen«, schreibt die Partei auf ihrer Internetseite über das im März eröffnete Büro. Das Gebäude nennt sie »Herbert Schweiger Haus«. Schweiger war bis zu seinem Tod 2011 einer der einflussreichsten Alt-Nazis Österreichs.
Die Sprecherin des Bündnisses »Wittstock bekennt Farbe«, Kerstin Zillmann, sagte, die Büroeröffnung sei mit Besorgnis und Angst aufgenommen worden. »Es wurden alle davon überrascht«. Sie hoffe, dass es breite Unterstützung gebe, um gegen Rechtsextremismus Haltung zu zeigen. Zunächst solle ein Banner am Rathaus aufgehängt werden, nicht weit weg vom Parteibüro des »III. Weg«. Die Aufschrift: »Wittstock ist bunt«. Auch Fachleute in Beratungsteams unterstützten die Stadt im Umgang mit Rechtsextremismus bereits, sagte Zillmann.
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Eine Demo der rechtsextremen Partei war im vergangenen Sommer in der Lausitz-Stadt Spremberg von Protest begleitet worden. Die Bürgermeisterin hatte zuvor beklagt, dass Hakenkreuze, SS-Runen und Veranstaltungen des Dritten Weg in der Stadt stark zugenommen hätten .
naw/dpa