SPIEGEL bei Google bevorzugen

Logo von SpaceX an einem Gebäude des Unternehmens in Kalifornien

Foto: Michael Yanow / NurPhoto / picture alliance

Die Arbeit des US-Raumfahrtkonzerns SpaceX ist durch spektakuläre Missionen vielen Menschen bekannt. Doch Experten warnen nun vor den Risiken für Privatanleger beim geplanten Börsengang, auch hierzulande. Das Unternehmen erwägt, bis zu 30 Prozent ​der Aktienemission im Volumen von 75 Milliarden Dollar für Privatanleger unter anderem in Deutschland, Großbritannien und der ‌Schweiz zu reservieren.

Banken berichten von einem beispiellosen Interesse. Doch Beobachter weisen darauf hin, dass Privatanlegern im Gegensatz zu institutionellen Investoren oft die Ressourcen zur Risikobewertung fehlten.

Finanzexperte warnt vor hoher Bewertung

Im Zentrum der Bedenken steht die anvisierte Firmenbewertung von 1,75 Billionen Dollar.

»Es handelt sich um ein Unternehmen, das ​enorme Verluste macht«, sagt der Ökonom Meziane Lasfer von der Londoner Bayes Business ‌School. Bei dem Kurs, zu dem es an den Markt kommt, liege ⁠das Kurs-Umsatz-Verhältnis ⁠bei 100, was extrem hoch sei. Normalerweise gelte ein Verhältnis von etwa zwei bis drei als sehr gut, so Lasfer.

Protest gegen Elon Musk am Times Square

Foto: Gina M Randazzo / ZUMA Press / IMAGO

Zudem berge der geringe Streubesitz von weniger als ​fünf Prozent sowie ‌das Fehlen von Stimmrechten Gefahren. Auch zwei weitere Wissenschaftler und ein Verbraucherschützer rieten Privatanlegern zu Vorsicht.

SpaceX-Chef Elon Musk hatte am Donnerstag erklärt, er habe ein gutes Gefühl bei den Umsatzprognosen. Die Einnahmen seien viel berechenbarer geworden.

Für ‌den europäischen Kapitalmarkt gilt der Börsengang als wichtiger Test. Der Anteil des in Wertpapieren gehaltenen Vermögens in Privathaushalten liegt in der Europäischen Union bei lediglich ‌17 Prozent, verglichen mit 43 ​Prozent in den USA. Die Beteiligung ‌von Privatanlegern an Börsengängen ist in Europa in den vergangenen ‌Jahren ​selten geworden.

Bei den 15 größten britischen Börsengängen im Jahr 2021 gab es nur bei dem Essenslieferanten Deliveroo ​eine Tranche für Privatanleger. Dessen Aktienkurs ⁠war am ersten Handelstag um ​bis zu ​30 Prozent eingebrochen.

Auch bei derzeit hoch bewerteten KI-Unternehmen wie Anthropic oder OpenAI warnen Experten vor den Risiken geplanter Börsengänge. Mehr dazu lesen Sie hier .

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