Start der Rakete New Glenn am Sonntag in Florida
Foto: Paul Hennesy / Anadolu Agency / IMAGO Automatisch erstellt mit KI. Mehr Informationen dazu hier. War die Zusammenfassung hilfreich? Danke für Ihr Feedback!Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat am Montag das Raumfahrtunternehmen Blue Origin des Milliardärs Jeff Bezos angewiesen, die Fehlfunktion seiner New-Glenn-Rakete bei einem missglückten Satellitenstart zu untersuchen.
Der Zwischenfall ereignete sich am Sonntag beim dritten Flug der riesigen Trägerrakete und dem zweiten für einen zahlenden Kunden. Die wiederverwendbare Unterstufe der Rakete startete zwar erfolgreich von Cape Canaveral in Florida und landete sicher wieder auf der Erde. Doch die Oberstufe konnte einen Kommunikationssatelliten nicht in die vorgesehene Umlaufbahn befördern. Dies bedeutet einen Rückschlag für Blue Origin im Bestreben, mit der Firma SpaceX von Elon Musk zu konkurrieren.
Auch die Raumfahrtbehörde Nasa könne dies in ihrem Mondfahrtprogramm Artemis zurückwerfen, wie die »New York Times« schrieb. Die Nasa hat sowohl Blue Origin als auch SpaceX beauftragt, eine Landefähre zu bauen, die ab 2028 Astronauten auf den Mond bringen kann. Bereits im kommenden Jahr sollen Astronauten bei der Mission Artemis III in Erdnähe Andockmanöver mit dem Gefährt testen. Beide Firmen liegen hinter dem Zeitplan zurück.
Blue Origin will noch in diesem Sommer ein kleineres Landegefährt namens Mark 1 auf den Mond bringen, um Technik für die größere Landefähre Mark 2 zu testen, die für Artemis vorgesehen ist. Dazu jedoch muss New Glenn erneut starten.
Nicht genügend Schub
Gemäß der Anweisung der FAA muss Blue Origin eine Untersuchung des Zwischenfalls durchführen und die Genehmigung der Behörde für den Abschlussbericht sowie alle Korrekturmaßnahmen einholen, bevor der Betrieb mit New Glenn wieder aufgenommen werden darf. Dies könne einige Monate dauern, sagten Experten laut dem »Times«-Bericht.
Erste Daten deuten darauf hin, dass eines der beiden BE-3U-Triebwerke, die die Oberstufe nach der Trennung von der Unterstufe der Rakete antreiben, »nicht genügend Schub erzeugte, um unsere Zielumlaufbahn zu erreichen«, erklärte Blue-Origin-Chef Dave Limp am Montag in einer Stellungnahme auf X. Man werde unter Aufsicht der FAA aus den Daten lernen und den Flugbetrieb schnellstmöglich wieder aufnehmen.
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Der Satellit »BlueBird 7«, der zu einem Projekt für ein weltraumgestütztes Mobilfunknetz ähnlich dem Leo-System von Amazon oder der Starlink-Konstellation von SpaceX gehörte, trat am Montag wieder in die Erdatmosphäre ein. Er verglühte vermutlich harmlos über der Erde.
ahh/Reuters