Während in St. Petersburg das internationale Wirtschaftsforum zu Ende geht, wird die Stadt mit einer massiven Drohnenattacke überzogen. Auch die Ölinfrastruktur in anderen Teilen des Landes ist Ziel ukrainischer Angriffe. Am letzten Tag des internationalen Wirtschaftsforums haben die ukrainischen Streitkräfte erneut die russische Metropole St. Petersburg ins Visier genommen. Nach Angaben des Gouverneurs der Leningrader Region, Alexander Drozdenko, wurden in der Nacht mehr als 140 Drohnen abgewehrt. Teils hätten herabstürzende Trümmerteile Gebäudefassaden und Fenster beschädigt. Nahe einem Militärobjekt sei zudem ein Feuer ausgebrochen. Nach Angaben des Gouverneurs von St. Petersburg, Alexander Beglow, wurden im Stadtgebiet drei Menschen leicht verletzt. Auf dem internationalen Flughafen Pulkowo gab es am früheren Morgen wegen der Drohnengefahr zeitweilig keine Starts und Landungen. Auch im von der russischen Kriegsmarine genutzten Ostseehafen von Kronstadt, einem Teil von St. Petersburg, habe es Angriffe gegeben, hieß es. In der Stadt findet seit Mittwoch das Wirtschaftsforum statt - schon am ersten Tag hatten sich nach dem Angriff auf eine Ölraffinerie schwarze Rauchwolken am Himmel über der Altstadt gebildet. Moskau: Mehrere Hundert Drohnen abgeschossen Drohnenangriffe wurden auch aus anderen russischen Regionen gemeldet. Die russischen Nachrichtenagenturen Tass und Interfax sprachen unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau von insgesamt 911 Drohnen sowie 13 Lenkbomben, die innerhalb von 24 Stunden abgeschossen worden sein sollen - 376 alleine in der vergangenen Nacht. Von den Angriffen seien demnach knapp 20 Regionen betroffen gewesen - unter anderem Moskau, Kursk, Brjansk, Belgorod, Rostow, Rjasan, Tula sowie über der von Russland annektierten Halbinsel Krim. Russische Medien sprachen zudem von einem Brand in einem Öldepot in der Region Krasnodar als Folge eines Drohnenangriffs. Auch der Hafen von Mariupol in dem von Moskau annektierten Gebiet Donezk sei von Angriffen betroffen, hieß es. Nach Explosionen seien auch hier Öldepots in Brand geraten, berichteten Medien. In sozialen Netzwerken kursierten von unabhängiger Seite zunächst nicht überprüfbare Videos, auf dem große Feuer und Rauchwolken zu sehen waren. Auch in der Antipinski-Raffinerie in der Region Tjumen, der größten nicht staatlichen Ölverarbeitungsanlage Russlands, ist ein Feuer ausgebrochen. Ursache seien Verfahrensverstöße an einer Reinigungsanlage, teilen die örtlichen Behörden über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Berichte über einen ukrainischen Drohnenangriff wiesen sie zurück. Angriffe auf russische Ölindustrie Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte auf der Plattform X Attacken gegen das Öllager in Krasnodar und die Militärbasis in St. Petersburg. "Russland muss seinen Krieg beenden und seine Angriffe auf das Leben stoppen", schrieb er. Jede Ungerechtigkeit gegenüber der Ukraine werde eine gerechte Antwort erhalten. Die ukrainischen Drohnenangriffe gegen die russische Ölindustrie und militärische Ziele waren mehrfach Thema bei dem Wirtschaftsforum, das heute ausklingt. Die Ukraine wehrt sich mit diesen Gegenangriffen gegen den seit gut vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieg. Kremlchef Wladimir Putin räumte beim Forum am Freitagabend ein, dass es durch die Angriffe einen "gewissen Schaden" für die Wirtschaft gebe. "Diese Attacken führen natürlich zu nichts Gutem", sagte er. Wichtig sei eine Stärkung der Flugabwehr. Risiken für die Wirtschaft Russlands gebe es aber nicht, meinte der Präsident.