Bügelschlösser: Sicher, aber für kurze Parkpausen zu umständlich

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Mal schnell beim Bäcker anhalten, auf der Rennradtour einen Cappuccino trinken oder ein Paket bei der Post abholen: Oft lässt man sein Fahrrad nur mal kurz aus den Augen. Dann gleich das schwere Bügel- oder Faltschloss herauskramen, entriegeln, um eine Laterne legen und abschließen, ist umständlich. Aber ganz ohne Sicherung will man das Rad auch nicht abstellen.

Wir haben Schlösser getestet, die sich für die Kurzzeitsicherung eignen sollen. Sie sind meist bequem auf- und abschließbar, teilweise leicht und gerade so sicher, dass Gelegenheitsdiebe das Rad nicht ohne Werkzeugeinsatz mitnehmen können.

Fazit

Besonders komfortabel sind das Abus Combiflex in der kurzen Variante, das Abus Sportflex 2504 sowie das Rahmenschloss Imenso von Axa. Das elektronische I Lock It Pro vermittelt mit Alarmanlage und GPS-Tracker mehr Sicherheit. Für Rennräder ist das sehr leichte Trelock RK 75 Pocket ideal.

Diese Schlösser haben wir getestet:

Mini-Kabelschlösser

Abus Combiflex Travelguard 45, UVP: 29,95 Euro
Abus Combiflex Travelguard 70, UVP: 34,95 Euro
Axa Zipper, UVP: 15,95 Euro

Roll- und Steckschlösser mit Kabel

Trelock RK 75 Pocket, UVP: 15,99 Euro
Abus Sportflex 2504, UVP: 39,95 Euro
Lenklock, UVP: 59,99 Euro

Rahmenschlösser

AXA Imenso (Large) und ULC Pro 8,5-100, UVP Schloss: 56,95 Euro, UVP Einsteckkette: 57,95 Euro. Im Set mit Satteltasche: 104,95 Euro
I Lock It Pro. UVP: 259,00 Euro, UVP Einsteckkette: 34,95 Euro

Mini-Kabelschlösser

Diese Variante ist leicht und schnell mal um Rad und Rahmen gebunden. Mini-Kabelschlösser sind stufenlos rastbare Stahlbänder von rund einem Zentimeter Breite und einer Länge von 40 bis 70 Zentimetern. In der Regel sind sie als dreistellige Zahlenschlösser ausgeführt. Alle von uns ausprobierten Modelle rasten auch mit korrekt eingestellter Zahlenkombination ein, können also quasi geöffnet am Fahrrad hängen. Der Stahl ist zwar biegsam, aber sperrig. Deshalb passen diese Modelle kaum in eine Jackentasche und können, am Fahrradrahmen angebracht, während der Fahrt stören.

Abus Combiflex Travelguard: Die kurze Variante ist gut einstell- und ablesbar

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Im Test hat uns das Combiflex Travelguard von Abus am besten gefallen. Es verfügt über ein leichtgängiges und gut ablesbares Zahlenschloss. Die 45 Zentimeter kurze Variante eignet sich aber nicht zum Fixieren eines Rades an Laternen. Das kann die lange Variante namens Travelguard 70 besser. Hier hat sich Abus allerdings für einen anderen Zahlenschloss-Mechanismus entschieden, der beim Einstellen hakelt. Das günstige Zipper von Axa ist nur 76 Gramm leicht und nur mit einer Länge von 50 Zentimetern erhältlich. Dafür ist sein Zahlensystem leichtgängig.

Kabelschlösser wie diese lassen sich mit einem Seitenschneider nur umständlich zertrennen. Mit einem richtigen Bolzenschneider jedoch schon. Wichtiger ist aber, dass dreistellige Zahlenschlösser Diebe mit Gefühl in den Fingerspitzen nur kurz aufhalten.

Ab-, Um- und Aufrollen

Sich selbst aufrollende Kabelschlösser bestehen aus einem kleinen Plastikgehäuse, in dem ein flexibles, nur wenige Millimeter dünnes Kabel aufgerollt wird. Das je nach Modell zwischen 75 und rund 100 Zentimeter lange Kabel lässt sich ausziehen und um den Fahrradrahmen und einen festen Gegenstand wie eine Laterne legen. Das Kabelende wird in ein per Zahlencode gesichertes Schloss eingeschoben. Nach dem Lösen drückt man auf einen Knopf, und eine Feder zieht das Kabel wieder ins Gehäuse.

RK 75 Pocket: Passt um die Laterne und in die Trikottasche

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Das RK 75 Pocket von Trelock eignet sich für den Transport in Jacken- oder Trikottaschen und ist mit nur 50 Gramm auch für Rennradler akzeptabel leicht. Das 75 Zentimeter lange Kabel reichte im Test, um ein Fahrrad samt Helm an eine Laterne zu binden. Vor einem Café haben zwei Fahrräder mit dem per dreistelligem Code gesicherten Schloss verbunden.

Das Sportflex 2504 von Abus ist mit 97 Gramm fast doppelt so schwer und deutlich größer, hat aber Vorteile. So lässt es sich an den für Trinkflaschen vorgesehenen Halterungen am Fahrradrahmen befestigen, auch unter einem Flaschenhalter. Zudem ist sein Zahlenschloss vierstellig gesichert, und das Kabel ist mit einer Dicke von 2,4 Millimetern und einer Länge von 90 Zentimetern länger und sicherer. Wobei »sicher« relativ ist: Mit einem Seitenschneider ließe sich ein solches Kabel wohl durchtrennen.

Abus Sportflex 2504: Wird an den Rahmen geschraubt und kann auch zwei Fahrräder an einen Zaun binden

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Kabelgebundene Lenkersperre

Eine Besonderheit im Reich der Kabelsicherungen ist Lenklock. Das mit einem dreistelligen Zahlencode gesicherte Kabelschloss benötigt kein Gehäuse, es verschwindet komplett im Lenker. Zum Abschließen zieht man es aus einem der Lenkerenden heraus.

Lenklock-Kabelschloss: Verschwindet komplett im Lenker

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Das könnte perfekt sein, wären die Voraussetzungen für die Montage nicht so kompliziert. Das rund 70 Zentimeter lange Kabel benötigt einen mindestens ebenso breiten Lenker. Regelhaft trifft das nur auf Mountainbikes zu, bei City- oder Trekkingbikes sind derart breite Lenker selten. Zudem muss der Innendurchmesser mindestens 18,6 Millimeter betragen. Tipp: Passt eine Zwei-Cent-Münze in das Lenkerende hinein, passt auch dieses Schloss.

Aber es gibt noch mehr zu bedenken: Für die Montage muss die Kappe am Lenker abnehmbar sein, und wenn der Lenker stark gebogen ist, etwa bei Rennrädern, fädelt das Kabel nicht sauber ein.

Langes Kabel: Das lange Sicherungskabel des Lenklock reicht auch für die Laternensicherung

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Im großen Fuhrpark des Autors passte das Lenklock nur in einen einzigen Lenker. Einmal montiert, ist es eine unauffällige Lösung, doch das Kabel muss nach Gebrauch immer wieder in den Lenker geschoben und mit einem kräftigen Druck fixiert werden. In puncto Sicherheit dürfte auch hier ein guter Seitenschneider ausreichen, um das Kabel zu zertrennen. Werkzeuglosen Gelegenheitsdieben wird es jedoch kaum gelingen, das fest im Lenker verankerte Schloss herauszureißen.

Rahmenschlösser

Ein Rahmenschloss kann aber für Trekking-, Citybikes und viele E-Bikes die perfekte Lösung sein. Es wird an den Sitzstreben montiert und blockiert im geschlossenen Zustand das Hinterrad. Besonders bequem sind Varianten mit festsitzendem Schlüssel: Ist das Schloss offen, kann der Schlüssel nicht abgezogen werden und bleibt während der Fahrt im Schloss. Wollen Sie ein solches Rahmenschloss kaufen, achten Sie auf die Angaben des Herstellers: Bei Abus signalisiert ein »R« im Produktnamen den nicht abziehbaren Schlüssel, bei Trelock ein »NAZ«. Bei Axa steht »Retractable«, wenn der Schlüssel abgezogen werden kann (und muss).

Rahmenschloss: Modelle, bei denen der Schlüssel erst nach dem Schließen abgezogen werden kann, sind besonders schnell

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Das kräftige Imenso Large von Axa passt, wie alle Rahmenschlösser im Test, an die Gewinde an den Sitzstreben mancher Fahrräder. Die Version »Large« eignet sich auch für breitere Reifen. Fehlen Ihrem Fahrrad die entsprechenden Gewinde, können Sie Adapter an die Sitzstreben klemmen. Das Imenso hat bei Axa die Sicherheitsstufe 12 von 15 und wiegt 716 Gramm. Das blockierte Hinterrad verhindert natürlich nicht, dass das Fahrrad weggetragen wird. Um das zu unterbinden, gibt es optional die Einsteckkette ULC 130, die um die berühmte Laterne gelegt und deren Ende in das Rahmenschloss gesteckt wird. Damit kommen 860 Gramm hinzu, die während der Fahrt mitgenommen werden wollen.

Axa Imenso: Nimmt man die Kette mit, lässt sich das Rad sicher anbinden

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Das System funktionierte im Test reibungslos. Beim Halt am Supermarkt schließt man nur das Rahmenschloss, soll das Fahrrad länger und besser gesichert werden, nimmt man die Kette hinzu, die man auch dann noch einstecken kann, wenn das Rahmenschloss verriegelt ist.

Elektronische Parkhilfe

I Lock It Pro: Öffnet sich bei Annäherung selbsttätig

Foto:

Markus Linden / DER SPIEGEL

Noch bequemer ist das I Lock It Pro. Auch das ist im Grunde ein Rahmenschloss, das allerdings nicht manuell bedient, sondern per Smartphone gesteuert wird. Es wiegt 572 Gramm und hat nur einen Taster. Einmal drücken öffnet, zweimal drücken verriegelt das Schloss. Allerdings nur, wenn sich das zuvor gekoppelte Handy des Besitzers oder der Besitzerin in der Nähe befindet.

Doch es geht noch einfacher: Per App kann man festlegen, dass sich das Schloss automatisch öffnet, wenn man sich dem Rad mit dem Smartphone nähert. Wie nahe sich Schloss und Smartphone sein müssen, kann man selbst definieren.

Im Test blieb das Schloss gesichert, als der Tester nur drei Meter entfernt in einem Supermarkt an der Kasse stand. Beim Einkauf auf einem Wochenmarkt öffnete es sich, als der Tester am Fahrrad vorbeiging, und schloss sich wieder, als er ein paar Meter weit weg war.

App von I Lock It: Alarmanlage und GPS-Tracker lassen sich individuell justieren

Foto: iLockIt

Genau wie das Imenso kann das I Lockt It Pro optional mit einer schweren Einsteckkette (1400 Gramm) erweitert werden. Das von uns getestete Pro-Modell hat zudem eine integrierte Alarmanlage und eine GPS-Überwachungsfunktion. Schließt man ab, wird die Alarmanlage scharf geschaltet und meldet jede Bewegung des Fahrrads per Pushnachricht aufs Handy, lässt zugleich einen lauten Alarmton ertönen. Wurde das Rad trotzdem entwendet, kann es über den GPS-Tracker geortet werden. Im Preis inbegriffen ist der dafür erforderliche Mobilfunkzugang für zwei Jahre. Zwei weitere Jahre kosten 48 Euro.

Die Akkulaufzeit des I Lock It Pro soll sechs bis neun Monate betragen. Spätestens dann muss das Schloss via USB-C aufgeladen werden. Wer entsprechende Warntöne und Hinweise in der App ignoriert, bekommt das entladene Schloss ohne Powerbank nicht mehr auf oder zu.

Hintergrund: Produkttests im Ressort Tests

Über welche Produkte wir im Tests-Ressort berichten und welche wir testen oder nicht, entscheiden wir selbst. Für keinen der Testberichte bekommen wir Geld oder andere Gegenleistungen von den Herstellern. Es kann aus verschiedenen Gründen vorkommen, dass wir über Produkte nicht berichten, obwohl uns entsprechende Testprodukte vorliegen.

Testgeräte und Rezensionsexemplare von Spielen werden uns in der Regel kostenlos für einen bestimmten Zeitraum vom Hersteller zur Verfügung gestellt, zum Teil auch vor der offiziellen Veröffentlichung. So können unsere Testberichte rechtzeitig oder zeitnah zur Veröffentlichung des Produkts erscheinen.
Vorabversionen oder Geräte aus Vorserienproduktionen testen wir nur in Sonderfällen. In der Regel warten wir ab, bis wir Testgeräte oder Spielversionen bekommen können, die mit den Verkaufsversionen identisch sind. Wenn sie bereits im Handel oder online verfügbar sind, kaufen wir in einigen Fällen auf eigene Kosten Testgeräte.

In der Regel werden Testgeräte nach dem Ende des Tests an die Hersteller zurückgeschickt. Die Ausnahme sind Rezensionsexemplare von Spielen und langfristige Leihgaben: So haben wir zum Beispiel Spielekonsolen und Smartphones in der Redaktion, die wir über längere Zeit nutzen dürfen, bevor sie zurückgegeben werden. So können wir beispielsweise über Softwareupdates, neues Zubehör und neue Spiele berichten oder Langzeiturteile fällen. Oft werden solche Produkte und Rezensionsexemplare zum Beispiel am Ende eines Jahres gesammelt und im Rahmen eines firmeninternen Flohmarktes verkauft, wobei die Erlöse für gemeinnützige Zwecke gespendet werden. Teilweise werden Rezensionsexemplare auch direkt an gemeinnützige Einrichtungen gespendet.

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