Sergej J. Netschajew, russischer Botschafter in Deutschland

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Patrick Pleul / dpa / picture alliance

Das Auswärtige Amt hat den russischen Botschafter in Berlin, Sergej J. Netschajew, unter Verweis auf »direkte Drohungen Russlands gegen Ziele in Deutschland« einbestellt. Diese seien »ein Versuch, unsere Unterstützung für die Ukraine zu schwächen und unsere Geschlossenheit zu testen«, erklärte das Außenamt in sozialen Medien . Deutschland lasse sich aber »nicht einschüchtern«, hieß es. Derartige Drohungen »und alle Arten von Spionageaktivitäten in Deutschland« seien »vollkommen inakzeptabel«.

Den Grund für die Einbestellung konkretisierte das Auswärtige Amt in seinem offiziellen Statement nicht. Nach SPIEGEL-Informationen hat der Schritt mit einer Erklärung des russischen Verteidigungsministeriums von vergangener Woche zu tun: Das Ministerium drohte darin, Unternehmen in Europa ins Visier zu nehmen, die Verbindungen zur Ukraine haben.

Genannt werden auch drei deutsche Firmen, unter anderem Davinci Avia – ein Tochterunternehmen des ebenfalls gelisteten niederländischen Rüstungskonzerns Destinus, der Motorenhersteller und Rüstungszulieferer 3W Professional in Hanau und das Münchner Luftfrachtunternehmen Airlogistics Germany.

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Das russische Ministerium verwies in einer Nachricht im Onlinenetzwerk Telegram auf Pläne der Ukraine, gemeinsam mit europäischen Partnern die Drohnenproduktion auszubauen. Es wertete die Pläne als »mutwilligen Schritt, der zu einer scharfen Eskalation der militärischen und politischen Situation auf dem gesamten europäischen Kontinent« führe. Die europäische Rüstungsunterstützung für die Ukraine werde die Länder »zunehmend in den Krieg mit Russland hineinziehen«.

Russlands Vizechef des nationalen Sicherheitsrats, Dmitrij Medwedew, bezeichnete auf der Plattform X die aufgeführten Unternehmen zudem als »Liste potenzieller Ziele für die russischen Streitkräfte«. Wie schnell solche Schläge Realität würden, hänge von der weiteren Entwicklung ab, drohte er.

csc/sol/AFP